Premiere im vhs Filmforum
Dokumentarfilm zur 50-jährigen Geschichte des Bottroper Museumszentrums Quadrat
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Am Mittwoch, dem 30. September 2026, lud die Stadt Bottrop Pressevertreter und interessierte Bürgerinnen und Bürger ins vhs Filmforum zur offiziellen Premiere des Films über die Geschichte des Bottroper Museumszentrums Quadrat ein.
Auch Oberbürgermeister Matthias Buschfeld sah die Dokumentation zum ersten Mal, bewies Sitzfleisch und zeigte sich am Ende reichlich beeindruckt von der musealen Entwicklungsgeschichte seiner Stadt.
Vizepräsident George H. W. Bush und Helmut Kohl
Der fast 60-minütige Streifen hält die Zuschauerinnen und Zuschauer locker bei der Stange, wie wir im Ruhrpott sagen. Der Film lässt Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen, bietet einmalige historische Filmaufnahmen, erzählt spannende Anekdoten, blickt mit Arno Heinrich, dem ehemaligen Leiter des Museums für Ur- und Ortsgeschichte, in die Frühzeit des Museums und weckt den Nostalgiker in mir.
Als der amerikanische Vizepräsident George H. W. Bush und Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl 1983 zur Eröffnung der Josef-Albers-Ausstellung nach Bottrop kamen und einige tausend Menschen vor dem abgesperrten Stadtgarten demonstrierten, waren Stadtarchivarin Heike Biskup und ich dabei. Die Proteste richteten sich damals primär gegen die Stationierung amerikanischer Pershing-II-Raketen in der Bundesrepublik Deutschland.
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Bottrop war mir peinlich
August Everding bemerkt im Film, dass Bottrop erst mit der Eröffnung des Josef-Albers-Museums ein positives Image bekommen hat. Das möchte ich bestätigen. In meiner Jugend habe ich Bottrop nicht wirklich gemocht. Wenn ich außerhalb des Ruhrgebiets unterwegs war, habe ich auf die Frage „Woher kommst du?“ immer geantwortet: „Aus Essen. Ich wohne dort in einem Ortsteil namens Bottrop.“ Die Stadt war mir irgendwie peinlich, bis dato berüchtigt durch den leicht gefakten Fernsehbeitrag über die Rattenplage. „Tote Taube in der Hansastraße“ – das war damals so ein Spruch, in Anlehnung an die legendäre Tatort-Folge „Tote Taube in der Beethovenstraße“ des US-amerikanischen Regisseurs Samuel Fuller von 1973.
Wobei ich hinzufügen sollte, dass die meisten Menschen meiner Generation das Ruhrgebiet als eine einzige Stadt betrachtet haben.
Andy Warhol
Bottrops Image änderte sich jedoch schlagartig, als das Quadrat mit der Josef-Albers-Ausstellung öffnete und mir Andy Warhol dort über den Weg lief. Das Quadrat hat Bottrop international bekannt gemacht und das eher graue Image der Stadt radikal gewendet. Fortan spürte ich dann doch eine Art Verbundenheit zu meiner Heimatstadt, einer Heimatstadt, die Andy Warhol sogar in seinen Tagebüchern erwähnt hat.
Nach der Vorführung wurden einige Stimmen laut, der Film müsste eigentlich auf arte gezeigt werden. Durchaus – allerdings müssten dann einige der historischen Filmaufnahmen mithilfe einer KI restauriert werden. Die teilweise sehr schlechte Bildqualität der alten Aufnahmen war für mich der einzige Wermutstropfen. Doch das ist kostenintensiv, und die Stadt ist ja bekanntlich pleite.
Danke an die Filmemacherinnen Dr. Linda Walther (Leitung Museum Quadrat), Jeanette Kuhn (Pressesprecherin) und Heike Biskup (Stadtarchivarin) sowie an Ferdinand Fries für seine Kameraarbeit und das Editing. Der Film hat mir sehr gut gefallen, mich zum Teil an meine Jugend erinnert und mich am Ende mit einem Hauch Wehmut zurückgelassen. Denn mir wurde klar: Ich bin ein Teil dieser Geschichte.
Der Dokumentarfilm wird demnächst auch auf dem YouTube-Kanal der Stadt Bottrop zu sehen sein.
Fotos und Text: Udo Schucker
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- 50 Jahre Quadrat: https://wat-gibbet.de/50-jahre-museumszentrum-bottrop/
- Bottrops Ratten, eine Erfolgsgeschichte: https://wat-gibbet.de/bottrop-ratten/
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© snapshot-photography/Seeliger – Adobe Stock
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