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50 Jahre Museums­zentrum Quadrat

Das Quadrat jubiliert, die Besucher springen ins Dreieck und schließen den Kreis

Manni Breuckmann

Volles Haus. Am Sonntag, dem 14. Juni 2026, starteten mit einem Festakt gleich mehrere Ausstellungen zum Jubiläumsjahr. Eine Ausstellung widmet sich in der Modernen Galerie dem Thema „50 Jahre Quadrat“. Im Erweiterungsbau sind Werke des Konstruktivisten Richard Paul Lohse zu sehen, und das Museum für Ur- und Ortsgeschichte erinnert zudem an Arno Heinrich.

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Vom Heimatmuseum zum international gefeierten Museumszentrum Quadrat

Zum Auftakt sprachen Oberbürgermeister Matthias Buschfeld, Museumsdirektorin Dr. Linda Walther, Simone Münchow, Vorständin der Kulturstiftung der Sparkasse Bottrop, Johannes von der Gathen vom Museumsverein Josef-Albers-Museum Quadrat sowie Andreas Heinrich, der in einem sehr spannenden und unterhaltsamen Vortrag an seinen Vater Arno Heinrich erinnerte.

Als Kinder haben wir in den 1960er Jahren im alten Heimatmuseum gerne Verstecken gespielt, bis Museumsleiter Arno Heinrich uns hinauswarf. Später habe ich dann mit ihm Urnengräber am Donnerberg ausgegraben.

Was guckst du?!

Josef Albers und ich, das ist eine alte Geschichte. Nicht persönlich, versteht sich, aber familiär. Mein Großvater, ein hochbegabter Bergmann, war Schüler von Albers. Vielleicht liegt es daran, dass mich seine Kunst immer auf eine seltsam vertraute Weise angesprochen hat.

Albers verstand Kunst als ein Experiment des Sehens. Nicht die Farbe an sich, sondern ihre Wirkung im Zusammenspiel mit anderen Farben interessierte ihn. Farbe als psychologisches Phänomen, das sich je nach Umgebung ständig verändert. Klingt kompliziert, ist es aber nicht, wenn man einfach hinschaut. Genau das wollte er: dass man hinschaut. Genau. Geduldig. Ohne Scheuklappen.

Mit „Homage to the Square“ hat er mich als junger Mensch regelrecht erwischt. Wie Form, Farbe und Raum aufeinander reagieren, wie die eigene Wahrnehmung einen immer wieder überrascht und austrickst. Das ist kein akademisches Konzept. Das ist ein Gespräch, das die Bilder mit dem Betrachter führen.

Keine Frikadellen?

1976 war ich bei der Eröffnung. Habe im Museumszentrum für zwei meiner Spielfilme Szenen gedreht und zufällig Andy Warhol vor dem Quadrat getroffen. 1983 haben wir hier gegen Vizepräsident Bush und Bundeskanzler Helmut Kohl demonstriert, die zur Eröffnung des Josef-Albers-Museums kamen. Ich hab Erich von Däniken bei einem Vortrag im Forum zu den grünen Männchen befragt. Und mit der großartigen Tana Schanzara habe ich am Buffet nach Frikadellen gesucht, während Maximilian Schell eine Rede hielt.

Als ich am Sonntag verträumt durch die einzelnen Räume ging, prasselten plötzlich all diese wunderbaren Erinnerungen auf mich ein. Eindrücke, die an den Wänden hingen, nur für mich sichtbar.

In einem schmalen Gang kam mir der ehemalige Museumsleiter Dr. Heinz Liesbrock entgegen, allein, gebeugt. Der Schalk in mir wollte fragen: „Gibt’s hier ein Buffet mit Frikadellen?“ Doch wir blickten uns nur kurz an, nickten uns zu. Ein stilles Verständnis zweier Hüter der Erinnerungen.

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Text und Fotos: Udo Schucker

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