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Babylon Berlin – Finale Staffel

Auch Bottrop war einer von mehreren Drehorten in NRW

Am Donnerstag (10.9.2026) startete in der ARD-Mediathek die fünfte Staffel der Serie „Babylon Berlin“. Die Serie basiert auf der zehnbändigen Romanreihe von Volker Kutscher um den Kriminalkommissar Gereon Rath. Der Autor verknüpft sehr geschickt historische Ereignisse aus den Jahren 1929 bis 1938 mit fiktiven Figuren und Handlungssträngen.

Als bekennender Serien-Junkie konnte ich natürlich nicht widerstehen und habe mir die finale Staffel in einem Durchgang angesehen – neudeutsch „Binge Watching“ oder, wie wir im Pott sagen: Komaglotzen. Bin dann auch erst um 7 Uhr morgens ins Bett gefallen.

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„Der nasse Fisch“ – Bottrop wird zur Westfront

Im Jahr 2008 bin ich durch eine Literaturkritik im WDR zufällig auf den ersten Roman der Reihe mit dem Titel „Der nasse Fisch“ aufmerksam geworden. Das Buch diente als Vorlage für die erste und zweite Staffel der Serie „Babylon Berlin“, die ab 2016 produziert wurde. Im Oktober desselben Jahres wurden einige Einstellungen auf der Halde Haniel in Bottrop gedreht: Kriegsszene, Westfront 1918.

Dort entstanden die dramatischen Rückblenden zu Gereon Raths Trauma aus dem Ersten Weltkrieg. Die in Bottrop gedrehten Szenen beleuchten das psychologische Fundament der Hauptfigur. Rath leidet unter einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) durch seine Zeit im Schützengraben, die er mit Morphium zu betäuben versucht.

Hier unterscheidet sich die Romanfigur von der Filmfigur: Im Roman hat Gereon Rath kein Kriegstrauma. Er kam im Ersten Weltkrieg nie an die echte Front. Er nimmt kein Morphium.

„Babylon Berlin“, Staffel 5

Mit der fünften Staffel verabschiedet sich „Babylon Berlin“ nach neun Jahren von seinem Publikum, und findet dafür einen Schauplatz, der dramatischer kaum sein könnte: Berlin im Januar 1933. Hitler wird zum Reichskanzler ernannt, die Demokratie zerbricht in atemberaubendem Tempo, und während auf den Straßen die politischen Fronten verhärten, ermittelt Charlotte Ritter in einer Mordserie an ehemaligen Frontsoldaten. Gereon Rath verschwindet spurlos. Im Zentrum steht außerdem eine brisante Akte, die Hitlers Zeit im Ersten Weltkrieg in ein anderes Licht rücken könnte.

Die finale Staffel ist weniger ein nostalgischer Rückblick als ein düsterer Countdown. Die Serie zeigt eindringlich, wie sich eine Gesellschaft verändert, wenn Angst, Opportunismus und politische Gewalt den Alltag bestimmen. Das große Verdienst von „Babylon Berlin“ bleibt dabei die Verbindung von Kriminalgeschichte und Zeitpanorama. Private Schicksale, institutionelle Feigheit und der Aufstieg der Nationalsozialisten werden nicht voneinander getrennt, sondern als Teile derselben Katastrophe erzählt.

Visuell bleibt die Serie eine Klasse für sich: opulente Ausstattung, präzise Kameraarbeit und eine Atmosphäre zwischen Tanzpalast, Polizeibüro und politischem Albtraum. Allerdings wirkt die Handlung stellenweise überladen. Manche Wendungen erscheinen konstruiert, und die Fülle an Figuren droht gelegentlich, die emotionale Wirkung zu zerstreuen.

Trotz kleiner dramaturgischer Schwächen gelingt „Babylon Berlin“ ein kraftvoller Abschied. Die letzte Staffel erinnert daran, dass Demokratie nicht plötzlich verschwindet, sondern Schritt für Schritt preisgegeben wird. Ein ambitioniertes, beklemmendes und hochaktuelles Finale.

Parallelen zur Gegenwart

Mir hat die fünfte Staffel sehr gut gefallen – auch wenn sie ein paar Schwächen aufweist. Hitlers Pasewalker Krankenakte als MacGuffin zu verwenden, finde ich eine ausgezeichnete Idee. Interessant sind auch die Parallelen zu den von der AfD gewonnenen Wahlen in Sachsen-Anhalt. Auch die Nazis wollten damals Neuwahlen, weil sie im ersten Wahlgang nicht die absolute Mehrheit erlangt hatten. Und genau wie von der AfD geplant, haben auch die Nazis damals etliche Behörden mit ihren Parteimitgliedern besetzt – insbesondere die Polizei, unterstützt von den SA-Schlägertruppen. Aber das ist sicher nur Zufall und ansonsten reine Spekulation.

Weil ich wissen wollte, was in der Serie Fiktion und was historisch verbürgt ist, habe ich die KI gebeten, mir eine detaillierte Analyse zu erstellen, die ich als PDF verlinke.

Babylon Berlin – Historische Ereignisse

Udo Schucker

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