Bottrop, eine Stadt im Wandel – Mobilität

Interessante Kunstausstellung in der „Kreuzkampkapelle“. Der Oberstufenkurs der Fachschaft Kunst des Josef-Albers-Gymnasiums, unter der Leitung von Torsten Kyon, präsentiert in der historischen Kapelle seine Werke zum Thema „Bottrop, eine Stadt im Wandel“. Die Ausstellung läuft bis zum 26. September 2023.

Herzlichen Glückwunsch zu Band 6 der Schriftenreihe „Bottrop, eine Stadt im Wandel“ des Josef-Albers-Gymnasiums in Bottrop. Er zeigt die Arbeitsergebnisse des 25-köpfigen Oberstufenkurses Jahrgang 2022/23, Fachschaft Kunst, Jahresthema: Mobilität. Die zur vorgelegten Schrift zeitgleich eröffnete Ausstellung in der „Kreuzkampkapelle“ vermittelt nicht nur Information und Wissen. Stadtgeschichte ist hier interpretiert, inszeniert und veranschaulicht unter der Prämisse Fragen – Forschen – Entdecken – Gestalten.

Kunstprojekt von, für und mit jungen Leuten

Historische Ausstellungen stellen bekanntlich ein eigenes Medium der Geschichtsvermittlung dar. Um ihr Potenzial ausschöpfen zu können, ist neben dem Wissen historischer Kenntnisse und Zusammenhänge ein bewusster Umgang mit Gestaltungsmöglichkeiten erforderlich. Wenn – wie hier – junge Menschen die Resultate ihres Unterrichtes öffentlich präsentieren können, sind sie zweifellos willkommene Botschafter für die Älteren: für ihre Lehrer, Eltern, für Freunde und weitere Interessentenkreise. Dazu danken wir den Schüler*innen und ihrem Projektleiter, Kunstlehrer Torsten Kyon. Kompliment und Anerkennung.

Historische Gesellschaft

Kooperationen und partnerschaftliche Projektarbeit wie „Bottrop, eine Stadt im Wandel“ (wir – die Historische Gesellschaft – waren von Anfang dabei) rangieren bekanntlich hoch, wenn es gilt, junge Menschen für ihr örtliches Umfeld, für die Stadt, in der sie wohnen, zu interessieren. Die Kunst bietet dabei einen Raum unmittelbarer Selbsterfahrung und kreativer Interaktion. Hier passiert etwas, was inspiriert, sensibilisiert und Atmosphäre ausstrahlt.

Als inhaltliches Übungsfeld bot auch die „Mobilität“ viele Anknüpfungspunkte aus alltagspraktischer Perspektive; ein Thema, das zudem unmittelbar in die räumliche Gestaltung von Stadt und damit in die Lebensräume der Bewohner „eingreift“ – allerorten und zu allen Zeiten. Ein Thema also auch aus der Mitte des Bottroper Alltags – mit historischer Tiefe. Wie kamen, wie kommen sie – die Dörper und Städter – von A nach B? Wie meister(te)n sie den Gütertransfer? Mobil waren sie bekanntlich immer. Die Domestizierung des Pferdes, die Erfindungen von Kutsche, Rad und Reifen, von Auto, Flugzeug …… ? Meilensteine der Mobilitätsgeschichte.

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Unterwegssein – Pendeln – ein Phänomen unserer Zeit?

Wohl eher nicht. Die Schülerinnen und Schüler des JAG hatten offensichtlich einen Kompass im Kopf, um bald zu wissen, ,,wie und wo es in Bottrop lang ging und was heute (besser, schneller, bequemer) geht“. Wie war das mit dem ersten Postwagen, der erst nach hartnäckigen Bemühungen des Bürgermeisters, Amtmann Tourneau, im Jahre 1832 von Dorsten über Kirchhellen und die Kirchhellener Straße einrollte, ,,freudig begrüßt von den Bottropern, die glaubten, nun endlich Anschluss an die große weite Welt gefunden zu haben“ (HG-Schriftenreihe Bd.7 Postgeschichte, J. Fleitmann).

Was tat sich in der bald folgenden dampfestollen Zeit? Den hiesigen Dorfbewohnern (damals nicht mal 6000 EW), die an das Hufegetrappel der Kutschenpferde gewohnt waren, soll das lärmende Tempo der Eisenbahn ungeheuer vorgekommen sein, als endlich auch Bottrop ans Netz angeschlossen war und den ersten Bahnhof erhielt (Bahnhof Süd). Das war 1873, vor exakt 150 Jahren.

Die Ausstellung der jungen Künstler*innen rückt in Bottrop üblich genutzte Verkehrswege und –mittel in den Mittelpunkt der Betrachtung. Sie „erzählt“ schlagartig von der Beweglichkeit in der Vergangenheit und wirft Fragen zur heutigen Mobilitätsentwicklung auf.

Elsbeth Müller, Historische Gesellschaft Bottrop e. V.

Infos zu den Öffnungszeiten etc.

„Verkündigung des Herrn“ (Kreuzkampkapelle)
Gladbecker Straße / Ecke Scharnhölzstraße
46236 Bottrop

Tel.: 02041  26 51 94
Mobil: 0177  95 49 810