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Eisenbergs Foltermethoden

Unterhaltsame Ausstellungseröffnung mit kategorischem Imperativ – und ein paar Lachern, die im Hals stecken blieben

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Die Würde des Menschen ist unantastbar. Die Lachmuskeln nicht immer.

Am Mittwoch, 2. September 2026, öffnete in der Kulturkirche eine Ausstellung, die Könige zeigt, nicht als Herrscher, sondern als Figuren. Ralf Knoblauchs Königsfiguren treffen auf Holzkunst von Jorge Cesar Saenz, dem bekannten kubanischen Künstler. Und weil Kultur ohne Kontext wie ein Thron ohne König wirkt, gab es zur Eröffnung auch gleich den passenden Vortrag: von Benjamin Eisenberg.

Der Bottroper Kabarettist bombardierte sein Publikum mit zahlreichen Lachsalven und führte es auf eine kulturhistorische Reise, vom Alten Fritz zum Sauerländer Lügenbaron, auch „Der saure Fritz“ genannt. Von Voltaire zu Kant war es dann nur noch ein gedanklicher Katzensprung. Dessen kategorischer Imperativ wurde von Eisenberg gleich noch ins Neudeutsche übersetzt. Ein Thema, für das andere ein ganzes Seminar brauchen, hier reichten ein paar pointierte Sätze.

Doch dann wurde es ernst. Persische Foltermethoden standen auf dem Programm. Eisenberg schilderte die Techniken so detailliert, dass bei einigen Gästen das Lachen kurz im Hals stecken blieb. Kein Wunder: Einige dieser Methoden finden bei den iranischen Revolutionsgarden bis heute Anwendung. Ich mag schwarzen Humor.

Auch die preußische Schulpflicht durfte nicht fehlen. Friedrich der Erste führte sie 1717 ein, Friedrich der Große baute sie aus. Deutschland war Vorreiter, die Welt folgte. Wissen ist Macht. Das weiß auch Siegmund der Erste von Sachsen-Anhalt. Und weil Wissen langfristig den „Alptraum für Deutschland“ gefährden könnte, soll die Schulpflicht jetzt wieder abgeschafft werden. Der Irrsinn hat Konjunktur ;-)

Doch die Ausstellung bietet Gegenprogramm: Thementage zur Menschenwürde, die zeigen, dass Kultur mehr kann als dekorieren. Sie kann erinnern, hinterfragen und manchmal auch ein Lachen provozieren, das erst im Nachhinein im Hals stecken bleibt.

Die Thementage in der Kulturkirche

  • Mittwoch, 2.9., 18.30–ca. 20 Uhr: Ausstellungseröffnung + „Die Könige treffen auf: Humor“ (Benjamin Eisenberg)
  • Sonntag, 13.9., 15.30–17 Uhr: „Kaffee und Kuchen mit den Königen“
  • Mittwoch, 16.9., 18.30–ca. 20 Uhr: „Die Könige treffen auf: Geschichte“ (Vortrag Heike Biskup, Stadtarchiv)
  • Mittwoch, 7.10., 18.30–ca. 20 Uhr: „Die Könige treffen auf: Live-Musik und Deklamation“ (Thilo Totter & Friends)
  • Mittwoch, 21.10., 18.30–ca. 20 Uhr: „Die Könige treffen auf: Hoffnung“ (Vortrag Sr. Beate Harst, Missionsärztliche Schwestern)

Fotos und Text: Udo Schucker

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