Plakativ – Bottrops kultureller Hotspot
Die Kulturkirche Kirche Heilig Kreuz im Fokus
Wer in Bottrop nach Kultur fragt, bekommt meist eine sichere Antwort: Quadrat. Klar, Warhol war da, Kohl auch, und irgendwo zwischen den Exponaten wehte schon mal ein Hauch von Weltpolitik. Reicht ja eigentlich. Könnte man meinen.
Wer allerdings nicht beim Offensichtlichen stehen bleibt, stößt auf einen Ort, der sich leise nach vorne gespielt hat. Ohne viel Getöse, dafür mit Programm. Die Kulturkirche Heilig Kreuz.
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Klavierfestival Ruhr
Internationale Gäste tauchen hier inzwischen ganz selbstverständlich auf. Nicht aus Zufall, sondern wegen des Programms. Ein Beispiel: das Klavierfestival Ruhr. Die holten die junge Pianistin Alexandra Dovgan nach Bottrop. Ergebnis: ausverkauft. Nach wenigen Tagen.
Und das ist nur die Spitze. Während andere noch darüber reden, was man mit neuen Technologien anfangen könnte, lief in der Kulturkirche längst eine KI-Ausstellung inklusive Preisverleihung, Konzerten und Vorträgen. Bottrop als Vorreiter.
Dazu kommt das volle Programm: internationale Feste, Märkte zu jeder Jahreszeit, Konzerte von Klassik bis Punk. Nachmittags Rave für die Generation, die früher „noch richtig feiern konnte“, abends Discofox. Vorplatz oder Kirchenschiff, irgendwo ist immer was. Stillstand ist hier eher ein Gerücht.
Was hier in den letzten Jahren vom Verein Kulturkirche Heilig Kreuz e. V. unter der Leitung von Dirk Helmke und Heike Biskup auf den Weg gebracht wurde, sucht seinesgleichen. In Bottrop auf jeden Fall.
Dirk Helmke, Bottrops Kulturaktivist Nr. 1
Ob Rathausviertel, Gastromeile oder Kulturkirche, dass das kulturelle Leben hier so vielfältig pulsiert, ist vor allem dem unermüdlichen Einsatz von Dirk Helmke zu verdanken. Er ist der Katalysator, der Dinge in Bewegung setzt und dabei offen für Vorschläge bleibt. Okay, nicht immer. Hat sich bei ihm erst einmal eine Idee manifestiert, ist er kaum aufzuhalten. Dann wird Dirk Helmke zur Dampfwalze auf Speed. Widerstand ist zwecklos.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum es funktioniert.
Und dann ist da noch das Gebäude selbst
Die 2008 geschlossene Kirche zählt zu den wichtigen Kirchenbauten der Nachkriegszeit. Seit 2013 kümmert sich ein Förderverein um Erhalt und Nutzung. Mit Erfolg.
Ein paar Schritte weiter steht man vor der großen Glasfassade. Drinnen kein klassischer Kirchenraum, sondern Bewegung. Der Grundriss folgt einer Parabel. Kein Zufall, sondern Konzept von Architekt Rudolf Schwarz. Der dachte Kirche nicht als starre Form, sondern als Raum mit Richtung.
Die Glasarbeiten stammen von Georg Meistermann. Kein Unbekannter, eher jemand, der wusste, was er tat. Seine Fenster stehen in ganz Europa, seine Professuren auch nicht gerade in der Provinz. In Bottrop hat er Spuren hinterlassen, die bleiben.
Beton, Backstein, Glas. Dazu ein Turm, der sich nicht aufdrängt, sondern Abstand hält. Innen Orgelpfeifen, die den Raum rahmen. Kunstwerke, die nicht dekorieren, sondern mitreden. Alles greift ineinander.
Seit 2010 kommen die Leute. Manche gezielt, andere zufällig. Und viele merken: Bottrop kann mehr als Quadrat.
Für den Erhalt der denkmalgeschützten Kirche ist der Verein auf Spenden und neue Mitglieder angewiesen. Informationen dazu finden Sie im
Flyer und Aufnahmeantrag (PDF)
oder auf der Website: https://kulturkirche-heiligkreuz.de/
Plakate und Text: Udo Schucker
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© Stadt Bottrop
Foto: Udo Schucker (wat gibbet)


Berry im BernePark. Hier können Paare sich neuerdings trauen lassen. Foto: Udo Schucker