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Bottroper Grubennacht 2025

Während andernorts lediglich die üblichen Weihnachts­männer aufliefen, gab’s am 21. Dezember in Bottrop Berg­männer zum Anfassen.

Am 21. Dezember 2018 endete auf Prosper-Haniel die letzte Schicht des deutschen Steinkohlebergbaus. Damals gaben Jürgen Pluta und seine Kumpelzz ihr erstes Charity-Konzert im „Heinze“, der letzten Bergmannskneipe. Sie gelten heute als Wegbereiter des Grubennacht-Events, das die IG Rathausviertel e. V. im letzten Jahr zum ersten Mal organisierte. Die Resonanz war riesig. Und so gab es in diesem Jahr eine Fortsetzung mit noch mehr Besuchern als im letzten Jahr.

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Glückauf, der Steiger kommt

Los ging’s um 15 Uhr in der Alten Börse. Danach trafen sich über 1.000 Fans um 16 Uhr am Rathausplatz an der Kumpel-Anton-Skulptur mit der Ehrengarde zum gemeinsamen Singen. Einziges Manko: Der Toilettenwagen vom Weihnachtsmarkt wurde, anders als im letzten Jahr, nicht rechtzeitig aus dem Sichtfeld der Skulptur gezogen und trübte so ein wenig den freien Blick aufs Rathaus.

Es wurden alle sechs Strophen des Steigerlieds gesungen. Anschließend ging’s auf der rappelvollen Gastromeile weiter mit Livemusik, Souvenir- und Infoständen, Glühwein und diversen Leckereien, die teilweise von den umliegenden Restaurants dargeboten wurden. Infotafeln des Stadtarchivs, die entlang der Gastromeile platziert waren, erzählten die Geschichte des Bottroper Bergbaus.

Die Veranstalter

„Die Grubennacht ist mehr als ein Event – sie ist ein Ausdruck unserer Verbundenheit mit der Geschichte unserer Stadt und den Menschen, die sie geprägt haben“, so die Veranstalter. Die Veranstaltung bot ein vielseitiges Programm für alle Altersgruppen und verband Tradition, Musik und weihnachtliche Stimmung.

Und nein, der Ideengeber ist nicht Mario Grube (Mio), wie der Name vielleicht vermuten ließe. Es ist der Gastronom Jojo Eiweleit vom „König Pilsener Bierhaus“. Organisiert wurde das Event von der IG Rathausviertel e. V. unter dem Vorsitz von Dirk Helmke und der Geschäftsführung von Simone Ruhrberg in Kooperation mit der Ehrengarde Prosper-Haniel Bottrop e. V.

Fazit: Ein klasse Event mit Alleinstellungscharakter, ein weiterer Imagegewinn für unsere Stadt und zugleich tolles Marketing. Die Grubennacht hat ganz sicher noch Potenzial, weiter ausgebaut zu werden – und damit einmal im Jahr zu einem weiteren touristischen Anziehungspunkt in unserer Stadt zu werden.

Poetischer Videoclip zur Grubennacht

„wat-gibbet“-Autorin Dr. Claudia Roosen hat zu diesem Anlass ein Video-Poem verfasst: „Der Verdacht von etwas anderem“. Von KI vertont und bebildert, widmet sie den Clip allen Bergleuten, deren Träume für immer unter Tage blieben.

Der Verdacht von etwas anderem

Gewidmet allen Kumpeln, die unter Tage blieben.

In Gedenken an Heinz Kuna †

»Ihr seht mich krumm im Stollen stehen,
mit schwarzem Staub in den Wimpern.
Ihr blickt auf mich herab, und ich nicke nur matt.
Ihr seht den Schweiß und das ewige Schwarz,
und wisst nicht, mit wem ihr redet.

Und die Kohle, die Kohle,
sie wird glimmen wie Gold.
 

Man sagt: Hau deinen Stempel in die Wand, mein Sohn,
und man reicht mir den Lohn — viel zu wenig.
Die Hacke trifft Stein, und ich weiß:
Da unten liegt mehr als nur Pech.

Eines Tages geht ein Raunen durch die Schächte,
und ihr fragt: Was passiert da unten eigentlich?
Und warum glänzt sein Blick so kühn?
Da werdet ihr mich lächeln sehen im Grubenlicht.

Wenn ich dann die Stufen hinaufsteige zum Tag,
wird man sagen: Dem sieht man die Tiefe an.
Schöne Frauen werden innehalten —

Und die Kohle … die Kohle
sie verleiht mir Macht.

Doch dann … ein Riss. Ein Krachen.
Die Erde bricht auf.
Und alles zerfällt im Staub,
mein Traum fällt in die Tiefe.

Denn die Kohle, die Kohle —
sie nimmt mehr, als sie gibt.«

 ✦ Created & realized by Claudia Roosen

Weitere Infos dazu: https://claudia-roosen.de/der-verdacht-von-etwas-anderem/

✧ Visuals: Midjourney
☍ Animation: Sora & Runway
➝ Editing: Clipchamp
≈ Monitoring: Udo Schucker

Fotos und Text: Udo Schucker

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