Bürgerbegehren „Neustart Bottrop“

Wir sagen „Nein“ zum geplanten Verwaltungs-Mausoleum

Rappelvolle Rathausschänke und Bürger, die aufbegehren. Am Donnerstag, dem 25. Mai, stellte der Lenkungskreis des Bürgerbegehrens „Neustart Bottrop“ die Pläne für die Kampagne in der Rathausschänke vor.

Das Interesse war groß, so groß, dass einige Bürger draußen vor der Schänke verweilen mussten, weil sich innen die Gäste beinahe wie Ölsardinnen in der Büchse stapelten. Auch WDR-Reporterin Nicole Noetzel und ihr Team kamen nur bis zum Eingang, schafften es jedoch nicht für einen Lokalzeitdreh in den Schankraum.

Dafür klappte der Service, trotzt erschwerter Arbeitsbedingungen, ganz hervorragend. An dieser Stelle unser Dank an den Wirt Abdelkader Hmadi und sein Team. Der Gastronom durfte sich über einen umsatzstarken Abend freuen. Die Stimmung war sehr gut und die Leute motiviert.

Die Motivation fürs Bürgerbegehren ist unterschiedlich, so interessieren sich einige z. B. weniger fürs Marktviertel, aber in einem waren sich alle einig, dass man die anvisierten Baukosten von ca. 150 Millionen wesentlich sinnvoller nutzen kann: Kein Taj Mahal für Tischler ;-)

Was man bei der Planung des Bauprojektes mal wieder völlig vergessen hatte, Zukunft zu denken. Durch die Digitalisierung und die rasante Entwicklung von „Künstlicher Intelligenz“ werden in 5 bis 7 Jahren zahlreiche Arbeitsplätze im Bereich der Verwaltung wegfallen. Hinzu kommt, dass uns die Politik seit 30 Jahren verspricht, Bürokratie abzubauen, sollte denen das versehentlich wirklich mal gelingen, würden hier nochmals zusätzlich Verwaltungsprozesse entfallen.

Also, das Argument, man würde langfristig Kosten sparen, weil man ja dann keine externen Büroräume mehr anmieten müsse, ist obsolet. Hier würde dann langfristig nur neuer Leerstand entstehen. Oder man verhindert Zukunft! Das Problem ist, dass viele Politiker in Wahlperioden denken und so gar nicht in der Lage sind, Zukunft zu kreieren. Deshalb brauchen sie dringend eure Hilfe ;-)

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Anmoderiert wurde die Veranstaltung dann von Bottrops bekanntester Quasselstrippe Piet Metzen, der den Abend kurz mit dem Kneipenquiz verwechselte und die üblichen Mätzchen machte: „Wir filmen heute […] es werden aber nur gutaussehende Menschen gefilmt.“
Nach diesem Satz konnte man ein brüskiertes Ausatmen einiger Gäste vernehmen.

Nach einem kurzen Statement von Dirk Helmke ging’s dann los, es durften Fragen gestellt werden. Leider konnten diese Fragen nur zum Teil beantwortet werden. Nach nur 6 Fragen war dann plötzlich Schluss und die Besucher sichtlich irritiert.
Fazit: Als Informationsveranstaltung nur mäßig gelungen, als Get-together ein voller Erfolg. Das Ganze wirkte wie ein großes Familientreffen. Die Gäste diskutierten untereinander und tauschten Ideen aus, die zahlreich vorhanden waren.

Fürs weitere Vorgehen wäre sicher eine klar strukturierte Website hilfreich, die sich auf den ersten Schritt konzentriert: Verhinderung der Beauftragung der Architekten. Hier sollten auch auf einer FAQ-Seite etliche Fragen im Vorfeld beantwortet werden. Das Marktviertel sollte nicht im Vordergrund stehen, sondern erst einmal ein Stopp der weiteren Bauplanung. Auf einer weiteren Seite könnten dann Ideen gesammelt werden, fürs Marktviertel und für die Innenstadtbelebung allgemein. Jeder kann hier ein mehrseitiges Exposé mit seriösen Vorschlägen als PDF einreichen, welche dann als Download zur Verfügung gestellt werden. Wir können dies ggf. auch über „wat gibbet“ realisieren.

Also, Leute, die Politik braucht dringend eure Denkanstöße. Und denkt dran, Widerstand ist Bürgerpflicht, macht mit und tragt euch in die Liste ein, für ein Leben nach dem Tod in Bottrop: https://neustart-bottrop.de/