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„Fecit“ – Kunstwerke von Heike Feddern

Zu sehen bis zum 28. März 2026 in der Galerie B12 im Kulturzentrum August Everding

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Diese Ausstellung ist selbst für erklärte Kunstbanausen ein Vergnügen

Gleich als ich am Freitagabend zur Vernissage die Galerie betrat, musste ich an spätmittelalterliche Gauklereien denken, an François Villon, an dessen Ballade von der Mäusefrau: „Ich, François Villon, war Blut von ihrem Blut. Nachgedanken. Im milden Licht der Winternacht hab ich mich zu den Mäusen aufgemacht.“

Und tatsächlich: Die teils märchenhaften, teils gruseligen Szenen in den ausgestellten Werken von Heike Feddern spielen mit irritierenden Beziehungen zwischen Mensch, Tier und Gegenstand – und laden zum Interpretieren ein.

Begrüßung durch den Oberbürgermeister

Mit gewohnt prägnanten Worten eröffnete Oberbürgermeister Mathias Buschfeld die Ausstellung und freute sich über die zufällige Begegnung mit einer ehemaligen Kommilitonin im Rahmen dieser Veranstaltung.

Dirigierte Führung

Es folgte eine kurzweilige, gut dirigierte Einführung in die Arbeiten von Heike Feddern, gegeben von Joelle Czampiel von der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. „Auf der linken Seite ersehen wir …“, rief Frau Czampiel, und alle Gäste drehten sich synchron in die angewiesene Richtung – wie bei einer einstudierten Choreografie. Dann eine Drehung nach rechts – und wieder nach vorne. Synchronschwimmen auf dem Trockenen.

Joelle Czampiel erinnerte mich dabei irgendwie an die junge Eva Green in Bernardo Bertoluccis Film „Die Träumer“ Mit Frau Czampiels Basisinformationen ausgerüstet, begaben sich die zahlreichen Besucher*innen anschließend auf Entdeckungsreise in die Bildwelten von Heike Feddern. Dazu wurden Wasser, Wein, Sekt oder Orangensaft kredenzt.

Vor einem Triptychon rätselten einige Gäste, ob Ex-OB Bernd Tischler hier Modell gestanden haben könnte. Die Künstlerin hüllte sich in Schweigen.

Die Werke im Detail

Gezeigt werden 37 überwiegend in Öl gemalte Bilder sowie textile und plastische Arbeiten, in denen „Menschen in grotesken Situationen, die sich normal verhalten“ auftreten. Ergänzt wird die Schau durch digitale Collagen auf großen Wandteppichen, die wie ein bunter Zirkus aus Motiven der letzten zehn Jahre wirken. Einige der Arbeiten sind wie Wimmelbilder – Werke, in denen es von kleinen Szenen, Figuren und Objekten „wimmelt“, die jeweils kleine Geschichten erzählen.

Titel und Bedeutung

„Der Ausstellungstitel ‚fecit‘ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ‚hat gemacht‘. Das haben früher die Meister gesagt. Da ich finde, dass die Ausstellung etwas Meisterliches hat, fand ich das ganz passend“, erklärt Kuratorin Katrin Reck die Wahl des Titels.

Fazit

Eine rundum gelungene Ausstellung, die einfach Freude macht. Die gezeigten Arbeiten sind sowohl für Familien als auch für bekennende Kunstbanausen bestens geeignet. Also: hingehen! Ihr werdet mir für diesen Tipp danken.

Mein Vorschlag: Verbindet den Ausstellungsbesuch doch mit einem Restaurantbesuch – vielleicht auf der Gastromeile. Oder probiert das neue Restaurant Rosa am Gleiwitzer Platz aus.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „fecit“ ist bis zum 28. März 2026 in der Galerie B12 im Kulturzentrum August Everding (Böckenhoffstr. 12a, 46236 Bottrop) zu sehen. Öffnungszeiten der Galerie: Do 16–19 Uhr, Fr 16–18 Uhr, Sa 10–14 Uhr.

Fotos und Text: Udo Schucker

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