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Bottroper Frechdax 2026

Happy Hours bei der Preisverleihung in der Alten Börse

Am Freitag, dem 9. Oktober 2026, wurden von der Kulturinitiative „Konjungtur e. V.“ und der Vereinten Volksbank eG zum vierzehnten Mal der Bottroper Kleinkunstpreis „FrechDAX“ an drei herausragende Comedians verliehen. Die heißbegehrten Tickets für diesen jährlichen Event waren bereits nach wenigen Tagen vergriffen. Die Lachsalven konnte man bis zum Rathausplatz hören.

Moderation Benjamin Eisenberg

Kabarettist*innen und Komiker*innen haben es nicht leicht in einer Zeit, in der besonders die politische Bühne unter der „Käseglocke“ im deutschen Bundestag tagtäglich Satire vom Allerfeinsten bietet. Amthor, Linnemann, Klingbeil, Merz, Reiche, Söder, Weimer und all die anderen buhlen um den Großen Valentin-Karlstadt-Preis.

Man möchte rufen: „Hört auf mit dem Scheiß, macht endlich euren Job. Nehmt den Comedians nicht die Arbeit weg!“ Doch alle Rufe verhallen, prallen auf einen deaktivierten Verstand und wecken nur die Zombie-Arme am rechten Rand.

Das sah auch Kabarettist Benjamin Eisenberg so, der als Moderator durch den Abend führte. Er ließ in seinem Opening die Geister der Bonner Republik mit einer unterhaltsamen Stimmenimitation wieder auferstehen. Wie ein Pathologe sezierte er genüsslich den alltäglichen politischen Wahnsinn. Er legte Nervenbahnen bloß, ohne Rücksicht auf sensible Gemüter.

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Preisträgerin Maladée

Danach verzauberte Show-Diva Maladée das Publikum mit französischen Nasallauten und ihrer betörenden Stimme. Bei ihren Chansons summten alle mit. Ich bekam für einen Moment Lust zu tanzen. Dann musste einer aus dem Publikum dran glauben. Die Chantöse lockte einen jungen Mann für einen Sketch auf die Bühne. Und alle anderen im Zuschauerraum waren froh, dass es sie nicht erwischt hatte. Einer der Gründe, warum ich mich bei solchen Events immer in die hintersten Reihen verziehe.

Preisträger Tilman Lucke

Tilman Lucke moderierte in Berlin im bekannten Kabarett-Theater „Die Distel“ monatlich seine satirische Late-Night-Show „Frisch gepresst“. In seiner baden-württembergischen Heimat veranstaltet er inzwischen regelmäßig das „Zungenspitzer-Festival“.

Im ersten Moment erinnerte er mich ein wenig an Philipp Amthor. Doch als er dann mit seinen wunderbaren Gesangseinlagen loslegte, musste ich direkt an den Schauspieler und Kabarettisten Wolfgang Müller denken. Müller, der vor allem in den 1950er Jahren gemeinsam mit Kabarettist Wolfgang Neuss als Teil des legendären Komiker-Duos „Die zwei Wolfgangs“ Bekanntheit erlangte.

Preisträger Ingo Oschmann

Sein Motto: „Lacht kaputt, was euch kaputt macht!“ Ingo Oschmann verzauberte das Publikum nicht nur mit seinen 80er-Jahre-Zauberwürfeln. Sein Auftritt hatte etwas von einem Coaching: Ihr habt keine Chance, lacht trotzdem. Der gebürtige Westfale präsentierte sich wie gewohnt bodenständig und sorgte mit lustigen Anekdoten aus seinem Familienalltag für eine heitere Selbstreflexion im Zuschauerraum: Ja, das kenn ich!

Preisverleihung

Überreicht wurden die Preise am Ende der über zweistündigen Veranstaltung stellvertretend von Christina Wienforth (Vereinte Volksbank eG) und Dirk Helmke (Konjungtur e. V.).

Unter den vertrauten Gesichtern, die sich im Zuschauerraum tummelten, sah man auch den bekannten Comedian, Musiker und Neubottroper Nito Torres. Der Entertainer war auf der Suche nach Inspiration für weitere Bottrop-Monologe. Doch an diesem Abend war die Frage nicht: „Sein oder Nichtsein?“, sondern: „Dabei sein!“

Fotos und Text: Udo Schucker

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