MY INNER NATURE
Ausstellung von Barbara Schmitz-Becker im B12
Für ihre Installationen und Objekte ist der große Ausstellungsraum, das B12 im Kulturzentrum August Everding, ein „echter Glücksfall“. Künstlerin Barbara Schmitz-Becker ist beim Rundgang sichtlich begeistert. „Die Einladung hier auszustellen, führte zu der Idee einer ‚Raumzeichnung‘. Ich kann buchstäblich meine Landschaft in den Raum zeichnen.“ So begegnen die Gäste bereits im Glasgang einer ersten Installation und werden in die Ausstellung hineingezogen, erläutert die aus Osnabrück stammende Künstlerin.
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Ganz bewusst erinnern die Werke beispielsweise an Pilzgeflechte oder Rhizome. Die Objekte und Installationen entstehen aus Draht, Papier oder Ton. Daraus bildet Barbara Schmitz-Becker Formationen, die lebendig und wesenhaft scheinen. „Dabei ist die Biologie aber nicht der Schwerpunkt, sondern vielmehr fasziniert mich die Struktur. Ich habe mir zum Beispiel das Pilzgeflecht von der Natur geliehen zum Kunstzweck,“ beschreibt sie. So betreten Besucher:innen des B12 den Raum durch die Installation „Aus dem Untergrund“ – ein faszinierendes Geflecht, das wie ein Eingangstor erscheint.
Zu MY INNER NATURE gehören fünf weitere Installationen. Zur Befestigung, verrät Barbara Schmitz-Becker, habe sie insgesamt 4.500 Stecknadeln verbaut. Der große, leere Raum scheine für viele Künstler:innen eine Herausforderung zu sein. „Für mich aber war es besonders inspirierend, dass ich alle Bereiche samt Boden nutzen konnte. Bei der Installation am Kopfende des Raumes sollte es so aussehen, als ob sich Farbe von oben über die Wand auf den Boden ergieße. Als ob etwas in den Raum hineinwächst.“ Auch hier wieder angelehnt an die Natur, an Flechten, in diesem Fall geformt aus über 2.000 kleinen „Köpfchen“ aus Keramik und in unterschiedlichen Farbnuancen gestaltet, berichtet Barbara Schmitz-Becker.
Prinzipiell, so die Künstlerin, können die Arbeiten für sich stehen, sind im B12 aber als Ganzes zu sehen. Durch die Position im Raum kann jeder die Kunst beeinflussen, dadurch, dass er sie je nach Perspektive immer wieder anders wahrnimmt. „Vor allem die Dreidimensionalität, Tiefe und Dichte im Raum wird hier prägnanter.“
Barbara Schmitz-Becker berichtet davon, wie Kinder den Aufbau der Installation während der Sommerferien vom Innenhof des Kulturzentrums aus beobachtet haben. „Sie haben immer wieder gefragt, wie weit ich bin und waren sehr interessiert. Das war bereichernd und inspirierend für mich.“
Bei der filigranen Installation CORALLIUM, die an ein Korallenriff erinnert, geht es um Verdichtung und Auflösung. Auch hier lohnen sich Perspektivwechsel, ein Blick von Weiten, aber auch der seitliche Blick nah an die Wand gerückt. Der Abschluss, ebenfalls eine Keramikarbeit als kreisrundes Flechtenfeld, ist übrigens erst entstanden, als alle anderen Arbeiten schon fertig waren, verrät Barbara Schmitz-Becker. „Für mich bildet es den perfekten Abschlusspunkt. Weil er eine andere Deutlichkeit als die organisch gewachsenen Elemente hat, hebt er sich ab. Ich mag den Raum sehr, es wird schwierig mich hier rauszubekommen,“ schmunzelt sie zum Abschluss des Rundganges.
Die Ausstellung MY INNER NATURE wird am Samstag, 30. August um 11 Uhr von Bürgermeisterin Monika Budke eröffnet. Die Einführung übernimmt Joelle Czampiel, Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Am 13. September um 11 Uhr sowie am 9. Oktober um 18 Uhr gibt es eine Künstlerführung mit Barbara Schmitz-Becker. Am 23.09 lädt die halbstündige „Kunstpause“ um 12 Uhr 30 in das B12. Die Ausstellung ist bis zum 25.10.2025 zu sehen, geöffnet: donnerstags 16 bis 19 Uhr, freitags 16 bis 18 Uhr und Samstag 10 bis 14 Uhr.
Pressetext Stadt Bottrop
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