Der Berg ruft – Bottrop will seine Halde zurück
Mountainbiker, Künstler, Pilger, Naturschützer und Touristen: Die IG Halde Haniel sucht den gemeinsamen Weg – Luis Trenker erzählt.
Wann waren Sie zuletzt auf dem „Monte Ibarrola“ – diesem Hügel, der so vielen Bottropern den Blick über Stadt und Revier geöffnet hat? Bei mir ist es schon ein paar Jahre her. Damals wurden dort Szenen für die Serie „Babylon Berlin“ gedreht.
Nach einem Erdrutsch ist das Plateau gesperrt, die 100 bemalten Bahnschwellen – die berühmten Totems des baskischen Künstlers Augustin Ibarrola – mussten abgebaut werden. Auch das Amphitheater wurde demontiert. Die Sicherungsarbeiten dauern noch an (Stand: März 2026). Zwar soll die Kunstinstallation eines Tages zurückkehren, doch ein konkretes Datum steht bisher nicht fest.
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Interessengemeinschaft Halde Haniel
Im Mai 2025 gründete sich die Interessengemeinschaft Halde Haniel (IG). Ihr Ziel: den Berg nicht sich selbst oder fernen Entscheidungen zu überlassen, sondern aktiv mitzugestalten. Bürgerinnen und Bürger, Vereine und Nutzergruppen wollen Verantwortung übernehmen und Ideen einbringen – für eine Halde, die Freizeitraum, Lernort und Symbol der Bergbaugeschichte bleibt.
Unter dem Arbeitstitel „Black Hill – Die Freizeithalde“ möchte die IG alle Interessen miteinander verbinden, statt sie gegeneinander auszuspielen. Mountainbiker wünschen sich legale, gut geplante Strecken statt wilder Trails. Spaziergänger und Pilger brauchen sichere Wege, gute Beschilderung und Ruhezonen. Naturfreunde pochen auf Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen – wichtiger denn je in Zeiten von Klimaanpassung und Artenschutz.
Die IG versteht sich als Vermittlerin zwischen Stadt, Behörden und Nutzern – und als Motor für Beteiligung. Geplant sind Infoveranstaltungen, Workshops und Aktionen direkt auf der Halde, bei denen geredet, aber auch angepackt wird: Müll sammeln, Wege pflegen, Ideen umsetzen. Langfristig könnten geführte Touren, Schulprojekte oder Kooperationen mit Künstlerinnen und Künstlern entstehen – ganz im Geist der Ibarrola-Totems und des Amphitheaters.
Vor allem aber soll die Halde Haniel ein Ort bleiben, mit dem sich die Bottroper verbinden. Viele erinnern sich an Sonnenaufgänge, Gipfelwanderungen oder besondere Momente am Kreuzweg. Und genau dieses Gefühl möchte die IG bewahren. Ihr Appell: Wer die Halde liebt, soll mitreden und mitmachen. Denn wie sich der „Black Hill“ in den nächsten Jahren entwickelt, entscheidet sich nicht nur in Amtsstuben, sondern durch das Engagement vor Ort.
Luis Trenker
Oder wie Berg- und Filmlegende Luis Trenker sagen würde: „Ja, der Berg ruft! Und wenn er ruft, mei, dann bleibt koa Mensch mehr im Tal! Auf geht’s, Buam und Madln, hinauf, dort, wo d’Sunn die Gipfl küsst und der Wind von der Freiheit erzählt. Pack ma’s an – der Weg is hart, aber oben, do gspürst lebendig, wos des Leben wirklich is!“
Alle Infos finden Sie auf der Website der IG: https://haldehaniel.de/
Udo Schucker
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Foto: Udo Schucker