»APELL!ERE«
Der Bottroper Künstler Ralf Opiol sendet einen Appell an den Verstand, die Kunstszene und letztendlich an die kunstinteressierten Bürger dieser Stadt. Ich bin seinem Aufruf mal gefolgt und betrete am Samstag um 16:50 Uhr die Pop-up-Galerie an der Hansastraße 17.
Das Matterhorn
Wie immer erwarte ich nichts, schließlich bewegen wir uns in Bottrop. Doch als ich den Ausstellungsraum betrete, merke ich gleich, hier stimmt was nicht. Ich spüre sofort das hyperkreative Fluidum, das in der Luft hängt und meinem Geist Inspiration einhaucht.
Direkt gegenüber dem Eingang fixiert mich zugleich ein Werk, das von Gelb- und Grüntönen dominiert wird, wie die meisten Werke: „Das Matterhorn“, ruft freudig meine innere Stimme, die heute wie Luis Trenker klingt.
Der Berg ruft!
Ich schreite geradewegs durch die Galerie und bleibe vor dem Kunstwerk mit dem Titel „Metropiol Mountainzz“ stehen. Irgendwie zeigt das Werk das Matterhorn, aber auch wieder nicht. „Das muss was mit Quantenphysik zu tun haben“, quasselt Luis Trenker und will gerade zu einem Vortrag ansetzten, als Ralf Opiol neben mir auftaucht und meint: „Mountains talk with me.“
Meinem inneren Luis verschlägt’s die Sprache. Aber ich weiß sofort, was Opiol meint. Ich hab seit Kindertagen eine Schwäche für die Schweizer Bergwelt. Darauf erstmal ein Stück Toblerone.
Schwenk nach links. Mixed-Media-Kunstwerke. Collagen, Übermalungen, Wortwiederholungen, die an DNA-Sequenzen erinnern. Kognitive Spielchen. Die Collagen lassen mich an Max Ernst oder Neville Brody denken. Man muss länger hinsehen, um den Code zu entschlüsseln.
Schwenk nach rechts. Drei Gespenster wecken beim ersten Blickkontakt mein Interesse. Ein kurzer Flirt mit der Fiktion. Passen irgendwie zur Geisterstadt Bottrop. Kurt Schwitters schießt mir durch den Kopf, der versteckt sich hier auch irgendwo. Da, Da, Da. Anna Blume, Ich – – – – – – – liebe – – – – – – – Dir!
Objektkunst gibt’s auch
Kurz vor meinem Galeriebesuch habe ich noch einen Onlineshop für Manni Süselbecks Salat-Dressing programmiert. Und nun sehe ich in der Galerie diesen grünen, rotierenden Einkaufswagen von Ralf Opiol. Na, wenn das kein Zeichen ist. Klares Umsatzplus!
Doch halt, vielleicht sollte man noch ein Display in den Einkaufswagen legen, auf dem dann ein NETTO-Imagefilm läuft ;-)
Ralf erklärt mir noch kurz seine Intention zu dem Objekt. Als ich jedoch wieder zu Hause bin, wurde seine Erklärung von der NETTO-Nummer übertüncht, die sich mittlerweile in meinen Cortex eingenistet hat. Kunst schafft Kunst. Besucht die Ausstellung und fragt ihn am besten selbst.
„Metropiol“, ja, er ist schon eine Marke, unser Ralf Opiol, Mitbegründer des „Bottrop.Art.Award“. Seine aktuelle Ausstellung „APELL!ERE“ mit rund 30 Exponaten gehört für mich zu den drei spannendsten Expositionen, die bisher in der Pop-up-Galerie liefen.
Als Gastkünstler präsentiert Nolin Wischermann, ebenfalls Mitbegründer des „Art.Award“, zwei seiner Werke.
Die Ausstellung ist noch bis zum 8. April zu besichtigen, jeweils mittwochs und samstags von 11 bis 16:07 Uhr in der Bottroper Pop-up-Galerie, Hansastraße 17.
Mein Appell: Schaut euch die Ausstellung unbedingt an. Es lohnt sich! Und wer noch ein schickes Geschenk für einen Alpinisten sucht, dem empfehle ich das Bildbändchen „Mountains talk with me“, welches ihr in der Galerie erwerben könnt.
Je m’appelle Udo Schucker.