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Künstliche Intelligenz hält Einzug in die Medizin

Prof. Sauerbruch im Umbruch – Von der Eminenz zur Evidenz

Die alten Götter in Weiß haben den Olymp längst verlassen und ihre Selbstherrlichkeit dem Offenkundigen gewichen – denn Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in die Medizin. Das zeigte eindrucksvoll eine Veranstaltung im Rahmen der KI-Kunstausstellung in der Kulturkirche Heilig Kreuz am 26. Juli 2025. Dort diskutierten Experten aus den Knappschaft-Kliniken und dem Universitätsklinikum Bochum über Chancen und Herausforderungen der digitalen Revolution im Krankenhausalltag.

Was steckt hinter dem Hype? Und wie verändert KI konkret die Versorgung der Patienten?

Prof. Dr. med. Gernold Wozniak, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie – vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie, Knappschaft Kliniken Bottrop, Priv.-Doz. Dr. med. Hartmuth Nowak, Leiter des Zentrums für Künstliche Intelligenz in der Medizin (ZKIMED) am Universitätsklinikum Bochum, sowie Dr. rer. nat. Sandra Bobersky gaben spannende Einblicke.

Eine schlechte Nachricht vorweg: Radiologen werden künftig nur noch in Zweifelsfällen gebraucht. Die KI sieht einfach „mehr“ und ermüdet nicht.

Die gute Nachricht: Krankenhausaufenthalte werden sicherer, Fehler bei Medikamentenversorgungen seltener. Patienten werden lückenloser überwacht, eine drohende Sepsis z. B. – die dritthäufigste Todesursache in Deutschland – kann dank KI künftig früher erkannt und erfolgreich behandelt werden. Zudem entlasten automatisierte Dokumentationssysteme Klinikpersonal, sodass Ärzte und Pflegekräfte wieder mehr Zeit für ihre Patienten haben – so die Hoffnung.

Aufholprozess

Im Zentrum für Künstliche Intelligenz in der Medizin am Universitätsklinikum Bochum laufen bereits zahlreiche vielversprechende Feldversuche. Zwar liegt Deutschland beim Digitalisierungs- und KI-Einsatz im Klinikalltag aktuell noch deutlich hinter Ländern wie Dänemark, den Niederlanden oder Finnland zurück – doch der Aufholprozess gewinnt an Fahrt.

In Bottrop setzen die Knappschaft Kliniken diese Innovationen bereits teilweise um, der Wandel ist in vollem Gange – auch dank der aktiven Forschungsarbeit in Bochum und der Region. KI wird zum prägenden Faktor in der Medizin – und der offene Dialog darüber wichtiger denn je.

Fotos und Text: Udo Schucker

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